Bauernmärkte von Italien bis Südkärnten

Bauernmärkte von Italien bis Südkärnten
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Die kalte Jahreszeit ist endlich vorüber und die botanischen Frühlingsboten sprießen an allen Ecken. Stadt und Land erwachen wieder zu neuem Leben. Die Menschen tummeln sich auf den Straßen und genießen die ersten Sonnenstrahlen. Einkaufserlebnisse werden mit einem Schaufensterbummel verbunden und nach außen verlegt. Die Marktsaison kommt langsam wieder in Schwung. Egal ob Kunstmärkte, Handwerkermärkte oder Bauernmärkte – die Stände stehen schon in den Startlöchern und warten auf viele neugierige Besucher.

Märkte: Erlebnis, Genuss und sozialer Event

Märkte und deren feste Plätze gibt es seit jeher. Das Wort Markt kommt ursprünglich aus dem Lateinischen und leitet sich vom lateinischen Wort mercatus (Handel) beziehungsweise merx (Ware) ab. Einen Markt abzuhalten war nicht allerorts erlaubt und streng geregelt. Das Marktrecht wurde im Mittelalter nur speziellen Städten verliehen und gilt als Vorstufe zum Stadtrecht. Ein geschichtsträchtiges Symbol dafür war der sogenannte Roland. Dieser war meist als Statue oder auf Reliefs mit blankem Schwert (Richterschwert) zu sehen. Er galt als Sinnbild des Stadtrechtes.

Der Roland war lange das Symbol für die bürgerliche Freiheit, die im Stadtrecht gipfelte. Der Markt war jedoch nicht nur Machtanspruch und von großer politischer Bedeutung. Der viel wichtigere Aspekt war der soziale. Wo konnte man sich sonst über die neuesten Neuigkeiten mit den Bekannten austauschen? Das ging am besten während dem Einkauf, beziehungsweise dem Verkauf an den Marktständen. Auch waren Märkte Plätze für politische Diskussionen und Austausch über Entwicklungen in der eigenen Gemeinschaft. Doch der, meines Erachtens nach, wichtigste Aspekt bei einem Einkauf an Markt ist die Kommunikation zwischen Produzent und Konsument. Und genau das gewinnt in der Lebensmittelunsicherheit an immer größerer Bedeutung.

Das Vertrauen in den Produzenten ist ein Genuß

Heutzutage haben Supermärkte und Diskonter vielerorts Märkte abgelöst und zurückgedrängt. Sie bilden eine anonyme Masse, welche einem zwar schnelles Einkaufen ermöglicht, aber das Verhältnis zu Produzent und Produkt gänzlich zerstört. Das Phänomen der Supermärkte wurde in den 60er Jahren noch als Fortschritt gefeiert, birgt aber mittlerweile viel Unsicherheiten. Auf einem Markt, kann ich mich über die Produktionsbedingungen und die Einstellung der Bauern oder Handwerker informieren und nicht anonym mittels Informationsflyer oder sonstigem, sondern direkt und, wie man in dem schönen Anglizismus sagt- „face-to-face“.

Direkt mit den Produzenten sprechen zu können, ist einer der Gründe für die Beliebtheit von Bauernmärkten.

Direkt mit den Produzenten sprechen zu können, ist einer der Gründe für die Beliebtheit von Bauernmärkten.

Aber noch einen weiteren wesentlichen Vorteil bringt diese Verkaufsmethode. In einer Gesellschaft, in der immer mehr Singlehaushalte zu finden sind, nützen billig Angebote wie „1+1 gratis“ nicht viel. Das ist auch ein Grund dafür, warum so viel in unseren Kühlschränken vergammelt. Auf einem Bauernmarkt kann ich zum Beispiel, 3 Kartoffeln und 5 Karotten kaufen, ohne auf ein Superangebot hingewiesen zu werden. Dies ermöglicht es mir zielgerichtet und sinnvoll einkaufen zu gehen. Dass sich die Menschen ein solches Einkaufserlebnis immer mehr wünschen und sich wieder danach sehnen, sieht man durch Konzepte wie den verpackungsfreien Supermärkten, in denen auch auf gute Beratung und Nähe zum Produkt gesetzt wird.

Märkte von Italien bis Kärnten

Aufwendige Märkte gibt es vor allem in Italien. Dort werden in so gut wie jeder größeren Gemeinde regionale Produkte angeboten, gefeilscht, geredet, geflirtet. Samstag Vormittag gehört es dazu eine Runde durch den Markt zu bummeln, sich zu unterhalten, einen Espresso zu trinken, unterschiedliche Produkte auszuprobieren und langsam, gemächlich und genussvoll in das Wochenende zu starten. Aber nicht nur in Italien wird ein breites Spektrum an Märkten geboten. Auch in Österreich ist die Marktkultur nicht in Vergessenheit geraten und erlebt gerade ihre Renaissance. In der Steiermark, Tirol, aber auch in Südkränten wird die Marktkultur hochgehalten. Vor allem in der Region rund um den Klopeiner See finden zu allen Jahreszeiten Märkte statt. Gerade die verschiedensten Bauernmärkte, mit regionalen Produkten wie der Jauntaler Salami, sind für jeden, egal ob Einheimischen, oder Gast, einen Ausflug wert. Im Frühling heißt es also – egal ob in Italien, Tirol oder am Klopeiner See – auf zum Markt und genießen.